3200 Jahre Freiheit und Emanzipation in zehn Minuten

"Fearless Girl"*

Vor circa 3.200 Jahren hat sich in der Gluthitze unter dem Himmel Ägyptens eine kleine Sklaventruppe die grundlegende Frage gestellt, warum es eigentlich Herren und Sklaven geben muss. Und sie kamen zu dem Schluss: Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür.

Und daher beschlossen sie: Wir hauen ab. Wir suchen uns irgendwo Land, bewirtschaften es und leben dort nach unseren eigenen Regeln und Vorstellungen.

Das war allerdings nicht ganz einfach, sondern ein Unterfangen, das – ähnlich wie die „Republikflucht“ aus der DDR – mit dem Tod enden konnte. Die Sklaventruppe riskierte es trotzdem, floh, wurde entdeckt, von den Truppen des Pharao verfolgt und hatte gedacht: So, das war’s dann jetzt. Aus der Traum.

Aber im letzten Moment, inmitten größter Todesangst, wurden sie auf wundersame Weise gerettet. Deshalb äußerte hinterher einer von ihnen den Gedanken: Das muss ein Gott gewesen sein, der uns da gerettet hat. Dieser Gedanke stellte sich im weiteren Verlauf als richtig heraus, denn mitten in der Wüste offenbarte sich ihnen dieser Gott und sagte zu ihnen: Ich habe euch befreit, ihr seid jetzt mein Volk, jeder von euch ist mir gleich lieb, und das könnt ihr ruhig herumerzählen.

Bei dieser Gelegenheit erfuhren die verdatterten Flüchtlinge auch noch wie nebenbei: Es gibt nur einen Gott, diesen, der sie errettet hat, und was die anderen Völker anbeten und was sie bis vor kurzem noch angebetet hatten, sind nur Götzen.

Und so verbreitete sich in der Welt die unerhörte Idee: Der Himmel da oben ist ziemlich leer, da wohnt nur ein einziger Gott, und dieser eine Gott hat etwas Unerhörtes behauptet, dass nämlich alle Menschen frei und gleich seien. Der ägyptische Pharao in seiner ganzen Pracht zählt vor Gott nicht mehr als der Ziegenhirt in seinen Lumpen.

Noch unerhörter war die Konsequenz, die sich daraus ergab: Wenn das vor Gott so ist, dass alle Menschen gleich sind, dann muss es auch unter den Menschen so sein. Am schlimmsten war, was diese Konsequenz konkret bedeutete: Es darf keinen Armen unter euch geben. Keinen Sklaven. Keine unterdrückte Witwe. Überhaupt kein Oben und Unten mehr. Oben ist nur einer: Gott.

Die Schwierigkeiten, die das so eben entstandene kleine Volk Gottes damit hatte, begannen schon gleich nach seiner Rettung, als es durch die Wüste zog. Dort erleben sie zwar, dass sie nun frei sind, aber nicht glücklich. Denn in der Wüste lauert die Gefahr. Wüste bedeutet Hunger und Durst, Hitze und Kälte, Verirrung und Orientierungslosigkeit, nirgends bleiben können, und nicht wissen, was der nächste Tag bringen wird. Wüste bedeutet, täglich aufs Neue entscheiden müssen, wohin man zieht und wie es nun weitergehen soll. Zwar wartet irgendwo in der Ferne und in der Zukunft ein Gelobtes Land, in dem Milch und Honig fließen, aber was nützt das, wenn man jetzt Hunger und Durst hat und man gar nicht weiß, ob man das verheißene Land je lebend erreichen wird?

Deshalb murren die Befreiten, sehnen sich zurück an die Fleischtöpfe Ägyptens. Lieber unfrei sein als hungrig und durstig, sagen sie, lieber in Sicherheit sein als in Freiheit, sich lieber von seinem Herrn sagen lassen, was zu tun ist als eigenverantwortlich handeln, lieber wieder den altbewährten Göttern der Heiden vertrauen als dem neuen unbekannten fordernden Gott – und der ist erbost über diese nostalgische Sklavenmentalität und lässt sie zur Strafe vierzig Jahre durch die Wüste irren, bis sie ihre Lektion gelernt haben, und diese Lektion lautet:

Im Kampf um die Freiheit und Emanzipation geht es nicht um Glück und Wohlergehen, sondern um Würde.

Es ist die Lektion, die bei uns gerade die unglücklichen emanzipierten Frauen zu lernen haben. Und die unter der Emanzipation leidenden Männer. Auch hier gibt es nostalgische Sehnsüchte nach dem Patriarchat. Und archaische Ängste vor der freien Frau.

Und speziell in Ossi-Land schwelgen noch immer sehr viele in Ostalgie-Gefühlen. Wobei man das aber einigermaßen verstehen kann, denn es war ja nicht Gott, der den Ossis gesagt hat, ich will euch in eine blühende Landschaft führen, in dem Milch und Honig fließen, sondern es war nur Helmut Kohl. Und es war dann auch nicht das Gelobte Land, in das sie geführt wurden, sondern nur der digitale Bonusbanker-Kapitalismus.

Aber zurück in die Urgeschichte der Freiheit: Beim kleinen Volk der Juden war die anfängliche Begeisterung für die großartige Idee von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit rasch einer allgemeinen Ernüchterung gewichen, als ihnen aufging, wie gewaltig, wie vollkommen unnatürlich, ja geradezu verquer diese Idee ist. Sie war einfach zu groß, um sie auf einmal und quasi über Nacht zu verwirklichen. Bald schon, vor allem, als sie merkten, wie sie dafür von den anderen großen und glanzvollen Völkern zuerst verspottet und dann gehasst wurden, erschien ihnen diese Sache nicht mehr ganz geheuer, weshalb sie die Freiheit und Gleichheit vorsichtshalber zunächst mal auf sich selbst beschränkten. Die anderen waren Heiden, als solche unrein, also nicht ganz so gleich, und daher durfte man sich mit denen nicht vermischen. Und die Frauen, gänzlich andere Wesen als die Männer, konnte man sowieso nicht für voll nehmen, denn sie zählten ja, wie das Vieh und das Gesinde, zur persönlichen Habe der Männer.

Unabhängig von den Juden haben zur gleichen Zeit die Griechen ebenfalls behauptet, die Menschen seien gleich und frei. Aber auch sie hatten ihr Kleingedrucktes, beispielsweise die Barbarenklausel. Die bezog sich auf die fremden Völker mit ihren komischen Sprachen, die allesamt klangen wie bar bar, und diese bar-bar-Stotterer konnten natürlich nicht ganz so gleich sein wie die Griechen. Und: Der Grieche arbeitete nicht so gern. Das war schon damals so, und daher war er glücklich, für die Verrichtung der Arbeit seine Xanthippen und Sklaven zu haben, denn die waren natürlich nicht so gleich wie die feinen Herren.

Aber dann kam Jesus und sagte: Doch, doch, das mit der Gleichheit hatte der liebe Gott von Anfang an schon ganz universal gemeint. Auch Sklaven und Frauen sind Menschen, und sogar Nichtjuden, Römer, Samariter können Menschen und manchmal besser, freier und gleicher sein als mancher Pharisäer. Schock im Establishment. Skandal, riefen die Hüter der alten Lehre, der Kerl muss weg, und daher nagelten sie ihn der Einfachheit halber ans Kreuz, aber machten dabei die überraschende Erfahrung: Man kann zwar die Urheber revolutionärer Ideen umbringen, aber nicht ihre Ideen.

Und so kam Paulus und predigte im ganzen römischen Reich: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“

Naturgemäß lockte das sehr viele Frauen und Sklaven an, die jetzt einfach alle mitzureden beanspruchten, so dass dem Paulus angst und bang wurde und er sagte: Das Weib schweige in der Gemeinde, und der Sklave diene weiter seinem Herrn, und sowieso wird demnächst die Welt untergehen, Jesus wiederkommen und das Reich Gottes anbrechen, und dann sind eh alle gleich und frei. Bis dahin geduldet euch bitte noch ein bisschen.

Doch statt des Reiches Gottes kam die Kirche, und antwortete auf die Frage, ob denn die Menschen tatsächlich alle frei und gleich seien: Im Prinzip ja. Aber nur vor Gott, nicht vor dem Kaiser. Und erst nach dem Tod, im Himmel. Hienieden begnüge sich vorläufig bitte ein jeder mit dem Platz, der ihm vom Allerhöchsten zugewiesen wurde. Die Mägde und Knechte dienen also weiter ihren Herren, die Frauen ihren Männern und die Männer dem Papst und ihrem Kaiser. Und damit herrschte für rund ein Jahrtausend wieder Ruhe.

Bis Luther kam, mit den Leuten Deutsch sprach und die Bibel ins Deutsche übersetzte, sodass auch die Bauern ihn und die Bibel verstanden. Dann schrieb er ein Buch über die Freiheit eines Christenmenschen, das die Bauern anders verstanden, als Luther es gemeint hatte, denn nun zettelten sie einen Aufstand an gegen die Obrigkeit, und nun war es Luther, dem angst und bange wurde, sodass er sich selbst dementierte mit der neuen Schrift Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern. Für die nächsten zweieinhalb Jahrhunderte lautete die Losung wieder: Seid untertan der Obrigkeit.

Dann kamen die Franzosen, entledigten sich ihrer Obrigkeit mit Hilfe der Guillotine, und danach waren dann alle gleich. Zumindest in Frankreich. Zumindest die Männer. Nur Napoleon war noch ein bisschen gleicher als alle anderen.

Daraus entwickelte sich die Bourgoisie, und ihrem Entdecker, Karl Marx, fiel auf: Es gibt noch immer, oder schon wieder, Ungleiche, die ausgebeutete Klasse der Arbeiter. Und so haben die Arbeiter angefangen, sich zu Menschen emporzuarbeiten.

Jetzt waren wirklich alle gleich. Fast alle. Genau genommen eigentlich nur der weiße Mann. Frauen waren noch immer keine vollwertigen Menschen. Und die nicht-weißen Menschen in den Kolonien und in Amerika, wurden, wenn sie schwarz waren, versklavt, wenn sie rot waren, abgeknallt, und der Rest wurde ausgebeutet, so lange, bis sie sich dagegen wehrten und sagten: Wir sind auch Menschen, und darum sind wir auch frei und gleich. Und dann wurden sie es auch.

Zuletzt waren es tatsächlich nur noch die Frauen, die als Ungleiche übriggeblieben sind. Ihnen fiel eines Tages auf, dass immer nur sie es sind, die den Kaffee kochen und das Klo putzen, während ihre Männer draußen von Freiheit und Gleichheit schwadronieren. Weiter fiel ihnen auf: Er ist es, der das Geld hat, dem das Haus gehört, das Auto und die Ferienwohnung am Meer. Ihr gehört nichts. Er hat eine Altersversorgung, sie nicht. Und bei der Heirat muss sie den Namen ihres Mannes annehmen, und danach ist sie für Haushalt und Kinder zuständig und die Pflege der Eltern und Schwiegereltern. Er nicht.

Diese Entdeckung führte zum Feminismus und der Forderung: Die Hälfte der Welt für die Frau. Seitdem kämpft die letzte der unterdrückten Gruppen um ihre Menschwerdung. In dieser geschichtlichen Phase stecken wir gerade, und sie wird erst beendet sein, wenn in Rom eine schwarze Kardinalin zum Papst gewählt wird.

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PS:

Wenn man in einer x-beliebigen Fußgängerzone Passanten mit der Frage überfiele, was ihrer Meinung nach das größte neuere Ereignis der Weltgeschichte sei – was bekäme man zu hören? Vermutlich würden viele antworten: der Fall der Mauer. Andere würden sagen: die Erfindung des Internet, Facebook, Google, die Globalisierung, der Computer. Wieder andere plädierten für die Mondlandung, die Erfindung der Pille oder die Entschlüsselung des menschlichen Genoms.
Vermutlich nur ganz wenige würden das Ereignis nennen, das meiner Meinung nach wirklich das größte neuere Ereignis der Weltgeschichte ist: die Emanzipation der Frau. Mehr als 10.000 Jahre lang wurde es nämlich gar nicht als solches benannt und erkannt, weil die Herrschaft des Mannes über die Frau, die männliche Überlegenheit und die weibliche Minderwertigkeit als natürlich und gottgegeben betrachtet wurden, auch von den Frauen selbst.
Das Patriarchat herrschte in der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Es hat den Aufstieg und Fall der Sumerer, Ägypter, Phönizier, Griechen und Römer überstanden, die Antike, das Mittelalter und die Neuzeit, Kriege, Pest und Cholera.
Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert bekamen Frauen in einigen Ländern das Wahlrecht, durften sie an die Unis und hätten sicher schneller die Gleichberechtigung erreicht, wenn nicht die dann folgenden zwei Weltkriege dazwischen gekommen wären. So hat es bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gedauert, bis Frauen aus der APO anfingen, die Gleichheit der Geschlechter zum Thema zu machen. Und wir sind bis heute nicht durch mit dem Thema, schon gar nicht, wenn man in andere Weltregionen blickt, aber auch nicht, wenn man liest, was Männer heute so in den sozialen Nestwerken für ein Zeug absondern.
Es braucht noch viele „fearless girls“ in der ganzen Welt.

* Über das „fearless girl“ war am 8. März 2017 in der Süddeutschen Zeitung zu lesen, es sei  eine Idee der Werbeagentur McCann New York im Auftrag von State Street Global Advisers. Eine Woche lang darf die Bronzestatue dem Bullen an der Wall Street herausfordernd gegenüberstehen:  

Mädchenstatue an der Wall Street

Ein furchtloses Mädchen gegen die Männerdominanz der Finanzwelt Der Bronze-Bulle an der Wall Street ist ein Symbol männlichen Gewinnstrebens.

Seit Mittwochnacht stellt sich ihm ein kleines Mädchen entgegen. Was steckt dahinter?

Von Johanna Bruckner, New York

 

Chimamanda Ngozi Adichie würde dem „Furchtlosen Mädchen“ aus Bronze, das sich dem weltberühmten Wall-Street-Bullen entgegenstellt, vermutlich ermutigend die Hand auf die Schulter legen. Die in Nigeria geborene Autorin sprach am Dienstagabend nur wenige Hundert Meter von der Wall Streetentfernt über Feminismus in der Ära Trump. Sie sei Pragmatikerin, erzählte Adichie ihren Zuhörern, das bedeute für sie zum Beispiel: Wenn der Begriff „Feminismus“ abschrecke und Diskussionen verhindere – weg damit. Sie beginne Gespräche lieber mit einer Frage: „Stimmst du zu, dass Männer und Frauen gleich viel wert sind?“ Adichie müsste wohl nicht zweimal überlegen, ob eine Mädchen-Statue an einem von Männern dominierten Ort eine gute Idee ist. Natürlich!

Und was für ein Mädchen das ist: Breitbeinig, die Hände in die Hüften gestemmt, blickt es mit trotzig-selbstbewusstem Blick in Richtung des Bullen, der keine sechs Meter entfernt steht. Die Bronzestatue, die pünktlich zum Weltfrauentag am Beginn des Broadway im Financial District in Manhattan aufgestellt wurde, ist eine Idee der Werbeagentur McCann New York im Auftrag von State Street Global Advisers. Die Firma mit Sitz in Boston ist der drittgrößte Vermögensverwalter der Welt mit einem Volumen von fast 2,5 Billionen US-Dollar. Der Investmentmanagement-Riese hat jüngst eine großangelegte Kampagne gestartet, die mehr Frauen in Vorstände bringen soll. Das klingt allzu bekannt, geändert haben solche Initiativen bislang wenig.

Einer aktuellen Studie zufolge wird es noch mindestens 40 Jahre dauern, bis in den Vorständen der Russell-3000-Index-Firmen – einer der weltweit größten Aktienindizes – gleich viele Frauen wie Männer vertreten sein werden. Und noch immer gibt es bei einem Viertel der dort gelisteten Unternehmen keine einzige Frau im obersten Management. Man könnte die Mädchenstatue also leicht als bloße Symbolpolitik abtun. Was soll ein Mädchen im Grundschulalter schon gegen den Charging Bull ausrichten? Der scharrt seit 1989 an der Wall Street mit den Hufen, eine Manifestation männlichen Gewinnstrebens.

Frauen nutzen Unternehmen – an den Zahlen ändert das wenig

Doch State Street belässt es nicht bei einer Bronzestatue. Der Vermögensverwalter hat im vergangenen März einen Index herausgebracht, in dem Unternehmen mit einer hohen Diversität im Vorstand zusammengefasst sind. Name des Index: SHE. Die Motivation ist dabei nicht allein Frauenförderung. State Street zitiert aus einer Studie, wonach Unternehmen mit mindestens drei weiblichen Vorständen um 36 Prozent höhere Gewinne auf das Firmenkapital erwirtschaften als Unternehmen, bei denen das nicht der Fall ist. Andere Untersuchungen belegen einen positiven Zusammenhang zwischen dem Frauenanteil im Vorstand und dem Firmenwachstum.

Doch finanzielle Anreize sind nicht genug. „Ich habe das Gefühl, dass jeden Monat eine Studie herauskommt, die Argumente für Geschlechter-Diversität in der Unternehmensführung liefert“, sagte Brande Stellings der Washington Post. Stellings ist Vizepräsidentin von Catalyst, einer Non-Profit-Organisation, die sich für die Belange von Frauen in der Wirtschaft einsetzt. „Offensichtlich reicht der Business Case als Motivation nicht aus.“ State Street geht deshalb nun einen Schritt weiter: Wenn jene mehr als 3500 Unternehmen, an denen State Street Anteile hält, nicht daran arbeiten, ihre Chefetagen weiblicher zu machen, will die Investment-Firma aktiv eingreifen.

Wenn ein Unternehmen mittelfristig nicht mindestens eine Geschäftsführerin vorweisen könne oder anderweitig belege, dass Anstrengungen unternommen werden, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, behält sich der Vermögensverwalter vor, gegen Personalentscheidungen zu votieren. State Street hat zum Beispiel die Möglichkeit, Mitglieder des Kontrollausschusses oder sogar Vorstandsvorsitzende zu verhindern – diese wiederum sind für die Besetzung des Vorstands zuständig.

„Sie macht einen Unterschied“

Das ist eine starke Drohung, allerdings ist sie auch unkonkret. Wie lange State Street den Unternehmen Zeit zur Veränderung gibt, sagt der Investmentmanager nicht. Doch State Street macht für sich geltend, dass man bereits in der Vergangenheit bewiesen habe, dass dies keine Whitewashing-Kampagne sei, dass man nicht nur leere Versprechungen mache. Lori Heinel, Deputy Global Chief Investment Officer bei State Street, sagte der Washington Post: Allein im Jahr 2015 habe man 350 Mal gegen einen Vorstand gestimmt, weil es Bedenken gegeben habe, dass dieser nicht genug tue, um Frauen in das Gremium zu befördern.

Zumindest in der kommenden Woche wird ein Mädchen aus Bronze State Street an den eigenen Anspruch erinnern. So lange hat die Stadt New York eine Erlaubnis für die Statue erteilt. Zu deren Füßen ist eine Plakette angebracht, darauf ist zu lesen: „Sei dir bewusst, was Frauen in Führungspositionen erreichen können.“ Dem dürfte nicht nur Chimamanda Ngozi Adichie zustimmen, sondern auch eine andere berühmte Frauenfigur New Yorks. Die Lichter der Freiheitsstatue blieben in der Nacht zu Mittwoch aus – Lady Libertys Beitrag zum „Tag ohne Frauen“, zu dem die Organisatoren der Frauenmärsche in den USA aufgerufen hatten.