Diagnose: Ökonomismus

Ein Essay über Glaube und Wissen, Professionalismus, Homöopathie, das Leib-Seele-Problem, Impfgegner, Dr. House und unser Gesundheitssystem

Ich habe einen Pflegefall. Er beschäftigt mich von morgens bis abends fast rund um die Uhr. Ich wecke ihn, setze ihn aufs Klo, dusche ihn, frottiere ihn, kämme ihn, putze ihm die Zähne, ziehe ihn an, schneide ihm Finger- und Zehennägel, auch die Haare, die ihm aus Nase und Ohren wachsen, mache ihm Frühstück, lese ihm aus der Zeitung vor, treibe ihn zur Arbeit an und zum Sport, gehe mit ihm ins Kino, Theater und Konzert, gucke mit ihm Fernsehen und bringe ihn ins Bett, nicht ohne ihn vorher wieder entkleidet, gewaschen und ihm die Zähne geputzt zu haben. Meistens lese ich ihm dann vorm Einschlafen noch aus einem Buch vor, oder, wenn ihm mehr nach Musik zumute ist, lege ich eine CD für ihn ein.

Dabei fühle ich mich aber nicht im geringsten gestresst oder überfordert, denn ich habe ein sehr inniges Verhältnis zu meinem Pflegefall, und zwar ein dermaßen inniges, dass man sagen könnte, ich stecke in ihm, oder noch extremer: Ich bin er. Ja, irgendwie bin ich mit ihm auf eine geheimnisvoll vertrackte Weise identisch, denn er, dieser sogenannte Pflegefall, das ist mein Körper.

Statt zu sagen, ich wasche ihn, hätte ich also auch sagen können, ich wasche mich, kämme mir die Haare, frühstücke, lese und so weiter. So spricht man ja normalerweise auch. Es steckt also etwas unangemessen Gekünsteltes in dem Satz „ich dusche ihn“, wenn ich es selbst bin, der sich duscht. Wozu diese Spaltung in „ich“ und „er“?

Weil einem diese absurde Spaltung wie von selbst widerfährt, so bald man ins Krankenhaus muss. Oder auch nur in eine dieser streng durchrationalisierten Arztpraxen, wo man nach einstündigem Aufenthalt im Wartezimmer eine weitere halbe Stunde halbnackt auf einer Pritsche liegt und demütig darauf wartet, dass einem endlich der Gott in Weiß erscheint und innerhalb von fünf Minuten abfertigt. Die sprachliche Unangemessenheit, die in dem Satz „ich wasche ihn“ steckt, wenn gemeint ist, „ich wasche mich“, diese Unangemessenheit erlebt und erfährt der kranke Mensch im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib, so bald er darauf angewiesen ist, unser Gesundheitssystem in Anspruch zu nehmen. Darunter leidet der Mensch dann auch noch psychisch, aber das interessiert niemanden, nicht die Krankenschwester, nicht den Arzt, nicht den Chefarzt und nicht die Gesundheitsministerin.

Sie tun zwar so, als ob der Kranke sie interessierte, reden auch manchmal darüber, pflichtgemäß, wie wichtig es ist, den ganzen Menschen im Blick zu haben, aber in dem Moment, in dem sie darüber geredet und ihrer Pflicht Genüge getan haben, wenden sie sich wieder vom Kranken ab und seiner Krankheit zu. Sich für den Kranken zu interessieren, ihn als Menschen wahrzunehmen und mit ihm angemessen umzugehen, haben sie nicht gelernt. Und wenn sie es gelernt hätten, wäre es nutzlos, denn sie könnten es gar nicht anwenden. Das ist nicht vorgesehen im Krankenhausbetrieb. Das lässt er gar nicht zu. Dafür wäre auch gar keine Zeit, und ein Mensch, der sich dagegen auflehnte – sei es als Arzt oder als Patient – würde nur als Sand im Getriebe wahrgenommen, als Störung, die es zu eliminieren gilt.

Nicht nur die Behandelten, auch die Behandler haben als Rädchen im Getriebe jener gigantomanisch-unüberschaubaren Riesenmaschine namens Klinikum gemäß den Bedürfnissen dieser Fabrik zu funktionieren, in die man vorne einen defekten Körper hineinschiebt und hinten einen reparierten herauszieht. Vorne, wo aus dem Menschen ein Patient wird – das „Krankengut“ – hat der Apparat nur zwei Fragen an dieses Gut: Welches Körperteil ist defekt und muss repariert werden, und welche Krankenkasse zahlt die Rechnung? So bald das geklärt ist, wird das Material in die Maschine eingeschleust, angeschlossen, durchgeschoben, repariert und hinten als „geheilt“ wieder ausgespieen. Geredet wurde während dieses Prozesses nur das Nötigste, oft nicht einmal das.

„Oh bitte, nicht schon wieder“, stöhnen Klinikärzte, denen man mit solchen Interpretationen ihres Tuns kommt. Sie können es nicht mehr hören. Sie haben sich schon so oft gegen diese Art von „überzogener Medizinkritik“ gewehrt, dass sie gar keine Lust mehr haben, abermals auf unsere hohe und immer noch steigende Lebenserwartung hinzuweisen und auf unser topmodernes, dem höchsten Stand der Technik entsprechendes Gesundheitssystem, um das uns andere Länder beneiden.

Im Gegensatz zu uns Medizinkritikern, die wir vorne einen Menschen sehen, der bei der Aufnahme mit dem Krankenkassenkärtchen auch seine Würde abgibt, sehen die Ärzte vorne einen armseligen Typ hereinkommen, der vor Schmerzen kaum noch gehen kann, und hinten sehen sie einen glücklichen Kerl hinaus spazieren, der mit seinem künstlichen Hüftgelenk wieder die Gipfel der Alpen erklimmen wird. Sie nehmen ein Baby in Empfang, das mit einem Loch im Herzen geboren wurde, noch vor 30 Jahren gestorben wäre und jetzt so operiert wird, dass es mit ein paar Einschränkungen das Rentenalter erleben kann.

Und es ist nicht menschliche Zuwendung, es sind nicht Gebete, warme Worte und einfühlsame Gespräche, die dem Baby das Loch im Herzen flicken und den Lahmen wieder auf den Alpengipfel bringen, sondern es sind diese verteufelten Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Ersatzteillager, die Hightech-Medizin und vor allem das professionelle Handwerk, die ärztliche Kunst, die all jene Wunder vollbringt, die in der Bibel nur behauptet aber heute tatsächlich realisiert werden. Lahme können wieder gehen, Blinde wieder sehen, Taube wieder hören, Aussätzige werden wieder gesund, und nur die Auferweckung der Toten klappt noch nicht so richtig, aber die Mediziner, diese verfluchten Körperklempner, arbeiten daran.

Und da komme nun ich mit meinen luxuriösen seelischen Bedürfnissen. Es genügt mir nicht, dass ich den Herzinfarkt überlebe, weil der Notarzt innerhalb von Minuten da ist, schon auf der Fahrt ins Krankenhaus nach allen Regeln der Kunst alle notwendigen Maßnahmen ergreift und das Krankenhaus den Rest erledigt, so dass ich mit der geringst möglichen Schädigung meines Herzens das Krankenhaus wieder verlasse, und mit Herzschrittmacher und ein paar Bypässen noch viele Jahre fröhlich weiter leben, sogar weiter rauchen und trotzdem so alt werden kann wie Helmut Schmidt. Statt also dieser Lebensrettungs- und Verlängerungsmaschine samt seinen Mechanikern dankbar zu sein, meckere ich hinterher weinerlich: Aber sie haben sich nicht für meine Seele interessiert! Ich war für sie nur ein Fall! Ich war nicht mehr ich, kein Mensch mehr, sondern nur noch der Herzinfarkt auf Zimmer sieben!

Bin ich also maßlos in meinen Ansprüchen? Verwöhnt, verzärtelt, versaut von sechzig Jahren Wohlfahrtsstaat?

Ja, so wird es wohl sein, sagen die Ärzte und Funktionäre des Gesundheitswesens. Das mit der Seele ist eine bloße Zeitgeist- Mode- und Luxusdiskussion, die sich in dem Moment von selbst erledigt, in dem einer plötzlich von einem lebensgefährlichen Leiden befallen wird. Da steht der Mensch dann nur noch vor der einen simplen Frage: Welcher Arzt kann mir helfen?

Und da hätten wir zwar gern einen, dem etwas an uns liegt, einen richtigen Arzt, keinen Mechaniker, sondern einen Menschen, der sich Zeit nimmt, zuhört, sich in uns einfühlt, unsere Ängste ernst nimmt und sie zugleich verscheucht, und dieser Arzt sollte ein Team aus weiteren Ärzten, Pflegern, Assistenten und Krankenschwestern um sich haben, das ganz für uns da ist und sich rührend um uns kümmert – aber das kriegen wir natürlich nicht. Dieser Luxus wäre nicht bezahlbar.

Was wir kriegen, ist im günstigsten Fall ein Mensch, der sich kurz angebunden, desinteressiert und an der Grenze zur Unhöflichkeit unseres Falles annimmt, ihn löst und sagt: Der nächste bitte. Im schlimmsten Fall aber geraten wir an jenen fernsehbekannten Misanthropen, der faul, selbstherrlich, uneinsichtig, drogensüchtig, sarkastisch und grob unhöflich sehr viel Energie aufwendet, um persönliche Kontakte mit seinen Patienten zu vermeiden, der im Operationssaal schmutzige Witze erzählt und zynische Sprüche über den zu Operierenden reißt, der morgens später kommt, abends früher geht und zwischendrin gern fernsieht, vornehmlich Krankenhaus-Soaps im Zimmer eines Komapatienten, zu Hause glotzt er weiter, am liebsten Monstertruck-Shows, Wrestling und Pornos, und einen erheblichen Teil seines Gehalts gibt er für Nutten aus – House heißt er, Doktor Gregory House, Leiter der diagnostischen Abteilung am renommierten Princeton Plainsboro Lehrhospital ist er, ein Hardcore-Schulmediziner der schlimmsten Sorte, für den das, was wir so Seele nennen, das Ergebnis irgendwelcher biochemischer Prozesse im Gehirn ist, die ihn so wenig interessieren wie seine Patienten.

Wer an diesen House gerät, Serienheld der gleichnamigen Fernsehserie, der schreitet durch ein unsichtbares Tor, über das ebenso unsichtbar geschrieben steht: „Lasst alle Hoffnung fahren.“ House-Patienten und House-Mitarbeiter gehören zu den bemitleidenswertesten Lebewesen auf der nördlichen Halbkugel – und zu den Beneidenswertesten. Denn er, Dr. House, der Spezialist für hoffnungslose Fälle, wird ihren Fall lösen, wird ihnen das Leben retten, nicht, weil ihm etwas an ihnen liegt oder er sich für sie interessiert, sondern nur, weil ihn der Fall interessiert. Den zu lösen, es all den Kollegen zu zeigen, die an der Lösung gescheitert sind, seinem Team und dem gesamten Krankenhaus immer wieder zu beweisen, dass er der Größte ist, daraus zieht er seine ganze Befriedigung. Um dieser Befriedigung willen steckt er seine Genialität mit aller Leidenschaft in die Lösung des Problems, die richtige Diagnose und die richtige Therapie.

In wessen Hand also würden wir unser Schicksal legen, wenn ein lebensgefährlicher Eingriff unumgänglich wäre? In die Hand Gottes? In die Hand eines Gutmenschen, der vor lauter Aufregung um unser Wohlergehen zittert und daneben schneidet? Oder in die Hand dieses unmöglichen Dr. House, dem wir völlig gleichgültig sind, der sich über uns lustig macht, während er routiniert, aber gekonnt und mit äußerster Präzision und Leidenschaft seinen Job an uns verrichtet, um unser Überleben kämpft, weil er dies als sportlichen Erfolg verbucht und er die Nummer eins sein und bleiben will? Die Fernsehserie „Dr. House“ gibt eine eindeutige Antwort auf diese Frage.

Natürlich ist dieser House überzeichnet. So eine Figur gibt es im wirklichen Leben nicht. Aber jede Folge dieser Serie erteilt uns eine Lektion über Professionalität, zeigt uns, was ein Profi ist: Er sieht von moralischen Grundsätzen ab. Er verachtet Moralisten. Er will nicht Gutes tun, nicht kranken Menschen helfen, sich nicht in andere einfühlen, sondern spielen. Und gewinnen. Er ist ein Egoist, dem es nur um sich geht, um seine Befriedigung durch Erfolg, berufliches Fortkommen, Geld, Prestige, Ruhm. House geht es noch nicht einmal um das, sondern nur um das Spiel selbst, und um das Gewinnen. Geld, Ruhm, Ehre, Karriere sind ihm egal, was ihn schon fast wieder sympathisch macht. Er will einfach nur gewinnen, sonst nichts. Unsere Krankheit ist sein Gegner, den er niederringen will. Deshalb gibt er 150 Prozent. In diesem übersteigerten, persönlichen Ehrgeiz steckt unsere Überlebens-Chance.

Deshalb sollten wir unsere Erwartungen an den Profi nicht überfrachten. Seien wir zufrieden, wenn ein Mediziner gute Arbeit leistet. Verlangen wir nicht auch noch Empathie. Verschonen wir ihn von der Klage, uns nicht genug Aufmerksamkeit zu widmen. So viel Empathie, wie nötig wäre, um allen Patienten das Gefühl zu geben, der Arzt empfinde etwas, wenn er mit ihnen spricht, kann kein Mensch aufbringen. Dafür ist die Zahl seiner Patienten einfach zu groß. Ersparen wir ihm Gespräche über das Leib-Seele-Problem, die Bedürfnisse unserer Seele, unsere Gefühle. Es wäre sowieso zwecklos.

Es wäre vor allem bei denen zwecklos, die den medizinischen Fortschritt am weitesten voranbringen und am weitesten vorangebracht haben: die reinen Schulmediziner, hartleibige Naturwissenschaftler, die tatsächlich jede Krankheit auf biochemische Ursachen zurückzuführen geneigt sind, nicht aus Ignoranz, sondern weil sie immer wieder Erfolg damit haben, seit 200 Jahren schon, und zwar mehr Erfolg als alle Schamanen, Homöopathen, Alternativmediziner und Akupunkteure zusammen.

Solchen Leuten mit der Seele zu kommen, hat keinen Sinn. Sie glauben nicht an die Seele, und wenn doch, dann nur privat, daheim, nicht im Labor, nicht im Operationssaal, denn dort, wo sie in den Menschen hineinschauen, ihn aufschneiden, zerlegen, ihm mit Ultraschall, Röntgenstrahlen, Mikroskopen und Computer- und Kernspintomografen zu Leibe rücken, zeigt sich ihnen keine Seele, sondern immer nur Fleisch und Blut und Sehnen, Hormone, Enzyme, Zellen, Moleküle, die auf andere Moleküle reagieren, Materie eben, nichts als Materie.

Es ist leicht, diesen Materialismus der Mediziner zu geißeln. Aber es ist schwer, ihnen mit guten Argumenten ihre Einseitigkeit auszureden. Viele derer, die darüber herziehen, weichen einer wirklichen Debatte aus,

indem sie in reinen Subjektivismus flüchten, nach dem Motto: Die Wissenschaft ist auch nur ein Glaube, ich aber weiß, dass Jesus mich liebt – oder je nach persönlicher Vorliebe: die Sterne lügen nicht, mein Talisman beschützt mich, alles ist Kismet, ich gehe zu meiner Wahrsagerin, meinen Guru, meinen Geistheiler, ich habe meine Tarot-Karten, ich bin ein Druide, ich bin eine Hexe und so weiter – und was die Wissenschaft dazu sagt, ist mir egal.

Hinter dieser anything-goes-Haltung steckt die Ansicht, die Wissenschaft sei auch nur irgendein Weltbild unter anderen, und ob man sich nun für das wissenschaftliche entscheide, für ein religiöses oder ein esoterisches, sei keine Sache des Verstandes, sondern des Gefühls und der persönlichen Vorlieben. Niemand könne niemand widerlegen, alle Weltbilder seien gleichwertig und gleichrangig.

Das sind sie eben nicht. Die Wissenschaft hat zwar ihr Recht verloren auf dem Feld der letzten Fragen, hat es nie gehabt. Aber auf dem Feld der vorletzten Fragen hat sie das Vorrecht. Dort haben Religion oder Esoterik nichts verloren. Dort dürfen wir der Wissenschaft trauen, denn sie verfügt über ein Wahrheitskriterium, das in diesem großen Bereich der Wirklichkeit sehr zuverlässig funktioniert: Der Unterschied zwischen Wahrheit und Unwahrheit liegt im Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Dauerhafter Erfolg beruht auf der richtigen Wahrnehmung von Wirklichkeit.

Als die Bauern merkten, dass Kunstdünger ihren Äckern besser bekommt als Weihwasser, konnten sie sich denken, dass Chemiker und Biologen mehr vom Stoffwechsel der Pflanzen verstehen als Priester. Und die Ertragssteigerung auf dem Acker war ja nicht der einzige Erfolg derer, die dem alten mythologischen Weltbild ein neues, das wissenschaftliche, entgegensetzten. Gegen Tuberkulose half jahrtausendelang kein Glauben und kein Beten, kein Weihrauch, keine Beschwörung guter Geister, keine Austreibung der Dämonen, kein Schamane, kein Geistheiler, kein animistisches Weltbild, kein philosophisches, kein ptolemäisches, kein esoterisches, auch die antike griechische Therapie – gut essen, wenig körperliche Arbeit, keine Frauen – schützte so wenig vor dem sicheren Tod, wie die trockene Höhenluft auf Thomas Manns Zauberberg im Lungensanatorium über Davos, auch nicht die teuren Sauerstoff-Flaschen des Hofrats Behrens. Was allein schützte, war die systematische Erforschung der Ursachen dieser Krankheit, eine Forschung, die zur Entdeckung des Mycobacterium tuberculosis, des Erregers der Krankheit führte.

Robert Koch hat das Bakterium 1882 beschrieben, Albert Calmette und Camille Guérin haben 1906 einen Impfstoff hergestellt, der 1921 erstmals an Menschen verabreicht wurde, erfolgreich. Innerhalb von vierzig Jahren wurde durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden ein Problem gelöst, an dem alle, die sich in den Jahrtausenden zuvor jemals daran versucht hatten, gescheitert waren. Der Kunstdünger und der Impfstoff sind nur zwei Beispiele unter hunderttausenden, die allesamt beweisen, dass wir mit der Wissenschaft offensichtlich über ein Instrument verfügen, mit dem wir echtes Wissen produzieren und zumindest Teilbereiche der Wirklichkeit mit einer Präzision und Zuverlässigkeit beschreiben können, wie es mit vor- und außerwissenschaftlichen Methoden nicht möglich ist. Wo andere nur glauben, vermuten, im Nebel stochern, Behauptungen aufstellen ohne Beleg und für wahr oder für möglich halten, kann der Wissenschaftler mit der Unerschütterlichkeit des Felsens von Gibraltar sagen: Ich aber weiß.

Über die Seele weiß der Wissenschaftler nichts. Darum muss er davon schweigen, und darum muss der praktische Arzt so tun, als gäbe es sie nicht. Er muss bei seiner Diagnose und Therapie ohne die „Hypothese Seele“ auskommen.

Mag ja sein, dass es sie gibt, aber bis jetzt ist es noch keinem gelungen, sie dingfest zu machen. Schon Kaiser Friedrich II. soll im Mittelalter befohlen haben, einen Todeskandidaten im verschlossenen Weinfass umkommen zu lassen, um unter der Beobachtung von Gelehrten festzustellen, ob so etwas wie eine Seele entweicht. Der Kaiser und seine Gelehrten hätten nichts gesehen, heißt es.

Duncan MacDougall hat Anfang des 20. Jahrhunderts das Experiment wiederholt. Wie schon der alte Kaiser dachte der Mediziner aus Haverhill im US-Bundesstaat Massachusetts: Wenn die Seele beim Tod eines Menschen dessen Körper verlässt, müsste er doch hinterher weniger wiegen. Also legte er einen Sterbenden – der vorher zugestimmt hatte – samt Bett auf eine große Balkenwaage. Am 10. April des Jahres 1901, um 17.30 Uhr, stellt sich ein todkranker Tuberkulosekranker mit seinem Bett auf einer der Waagschalen für die Wissenschaft zur Verfügung. In die andere Schale kommen die Gewichte. Um 21.10 Uhr tritt der Tod ein. Und: Die Waagschale senkt sich. Um die Waage wieder auszugleichen, ist das Gewicht von zwei Silberdollar nötig, die zusammen ¾ Unzen wiegen, ungefähr 21 Gramm.

Das musste das Gewicht der Seele sein. Zumindest das Gewicht der Seele dieses Tuberkulosekranken. Andere Seelen erwiesen sich als schwerer oder leichter, denn McDougall wiederholte sein Experiment. Mal wog die Seele nur 10, mal 31 Gramm. Dann machte der den gleichen Versuch mit 15 Hunden. Sie starben, und mit der Waage passierte: nichts. Kein Wunder, denn Hunde haben keine Seele, die katholische Kirche hat Recht. 1907 veröffentlichte MacDougall seine Resultate in den Zeitschriften American Medicine und Journal of the American Society for Psychical Research.

Niemand fand sich, der das Experiment wiederholte. In den dreißiger Jahren probierte es dann der Lehrer Harry LaVerne Twining in Los Angeles mit Mäusen und einer etwas wissenschaftlicheren Versuchsanordnung.

Auf eine Balkenwaage stellte er ein Becherglas mit einer lebenden Maus und einem Stück Zyankali, tarierte die Waage aus und hob das Gift dann vorsichtig in das Becherglas. Nach 30 Sekunden war die Maus tot, und die Waagschale ging nach oben. Die tote Maus erwies sich als leichter als die lebende. Also haben Mäuse eine Seele?

Twining variierte sein Experiment. Er schloss die Maus in eine Glasröhre ein und versiegelte diese, sodass sie qualvoll erstickte. Damals gab es noch keine Ethikkommissionen, die so etwas missbilligt oder gar verhindert hätten, und so kam heraus: Die Waage zeigte keine Gewichtsveränderung. Dann öffnete er das Glas und wog erneut. Nun war die Maus leichter. Twining schloss daraus, dass einer sterbenden Maus ebenso wie einem Menschen im Moment des letzten Atemzuges tatsächlich etwas entweicht, aber nicht die Seele, sondern Luft, Gas, Wasserdampf, Feuchtigkeit.

Überzeugt uns das? Nein. Denn wie sagte der „Kleine Prinz“? „Das Wesentliche ist unsichtbar.“ Und unmessbar. Nicht nach nachweisbar. Und wer sagt überhaupt, dass die Seele ein Gewicht haben muss? Und hat schon mal jemand Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Treue, Reue, Hass oder Trauer gewogen? Darum ist unser Medizinbetrieb eben doch im Letzten eine absurde Veranstaltung, denn das Wesentliche, das, was den Menschen eigentlich ausmacht, spaltet dieser Betrieb ab, blendet er aus, weil das Wesentliche, das man getrost unter dem Oberbegriff Seele subsumieren kann, nicht operationalisierbar ist.

Aber es ist vorhanden. Das müsste sogar Leuten wie Dr. House einleuchten, denn wie zum Beispiel erklärt man im Rahmen der Schulmedizin den Placeboeffekt? Gar nicht erklärt man ihn, weil es nicht geht. Aber er wirkt. Der Glaube, dass eine bestimmte Pille hilft, wirkt, auch dann, wenn es eine Pille ohne Wirkstoff ist. Am besten wirkt der Glaube bei denen, die noch an Elfen, Geister, Zauberer, Hexen und Märchenprinzen glauben, bei den Kindern.

Jeder Vater und jede Mutter weiß das: Ein Lufthauch ist bei Kindern oft genauso wirksam wie eine Schmerztablette. Auch wenn die Wunde noch so brennt: Sobald die Eltern pusten, ist der Schmerz meist schon wieder vergessen. Die warme Luft und ein paar tröstende Worte dazu sind eines der besten Placebos der Welt. Und französische Forscher haben kürzlich herausgefunden, dass Kinder generell sehr stark auf Placebos ansprechen. Bei Kindern mit Epilepsie maßen sie einen Placeboeffekt, der doppelt so groß war wie bei erwachsenen Epileptikern.

Es spricht sich auch allmählich herum, dass Zweisamkeit gesünder ist als Einsamkeit, dass Menschen mit Haustieren länger leben als Menschen ohne Haustiere. Mediziner, Hirnforscher und Statistiker finden immer neue Belege dafür, wie Menschen vom Zusammenleben mit anderen profitieren. Den aktuellen Kenntnisstand fasst der Hirnforscher James Coan von der University of Virginia so zusammen: „Bei Menschen in einer engen Beziehung heilen Wunden schneller, sie werden seltener krank, sind weniger anfällig für Depressionen und Ängste und leben sogar länger.“ Demografische Untersuchungen zeigen schon lange, dass Verheiratete im Schnitt gesünder sind und länger leben als Singles. Das Fehlen sozialer Beziehungen, stellte der Soziologe James House – House! – bereits 1988 fest, ist ein ebenso hohes Gesundheitsrisiko wie Zigarettenkonsum, hoher Blutdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel. Der Harvard-Soziologe Robert Putnam empfahl in seinem Buch Bowling Alone, statt abzunehmen, regelmäßig zu trainieren oder das Rauchen aufzugeben, solle man lieber einem Verein beitreten.

Liebe, Zuwendung, soziale Beziehungen, also seelische Faktoren, beeinflussen Gesundheit und Krankheit, Leben und Sterben, das ist einfach nicht mehr zu bestreiten, aber der Krankenhausbetrieb erlaubt sich weiterhin, das Unbestreitbare zu ignorieren. Und weil Politiker und Gesundheitsfunktionäre sich meistens scheuen, wahrheitsgemäß zu sagen, dass eine Berücksichtigung seelischer Faktoren im Krankenhausbetrieb und im gesamten Gesundheitswesen überhaupt personalintensiv, also zu teuer wäre, neigen sie dann dazu, die Sache mit der Seele herunterzuspielen. Und die Schulmediziner, Kerle vom Schlage eines Dr. House, gehen noch einen Schritt weiter und erklären die Seele einfach weg. Womit sie ihre Grenzen überschreiten. Da sie nichts über die Seele wissen, können sie auch keine Aussage über sie machen. Also können sie auch nicht behaupten, sie sei ein Mythos, gar inexistent oder nur scheinexistent.

Behaupten können sie allenfalls, die Seele sei nur ein Ergebnis materieller Prozesse auf molekularer Ebene. Aber warum „nur“?

Letzteres – Seele als Chemie – sah auch Sigmund Freud so. Aber im Gegensatz zu den Schulmedizinern machte er einen Unterschied zwischen den chemischen Reaktionen und deren Ergebnis. Die rein materiellen Reaktionen und ihr Produkt sind nicht dasselbe, wie die Schulmediziner immer wieder gerne suggerieren, sondern zwei grundverschiedene Wirklichkeiten. Das elektrochemische Feuern der Neuronen im Gehirn, das ist tatsächlich nur rein materieller Natur – hier ist das „nur“ berechtigt. Aber daraus entsteht etwas Zweites, Großartiges, eben das, was sich den Naturwissenschaftlern entzieht, was sie nicht mehr sehen, nicht mehr messen, nicht mehr erfassen können, weil es nicht mehr materiell ist, sondern geistig, eher so etwas wie Information, die niemand sehen kann, aber dennoch jeder an sich selbst erleben kann. Das ist das, was in einem Körper „Ich“ und zu einem anderen Körper „Du“ sagt. Das ist das, was von sich behauptet, frei, gleich, gottebenbildlich zu sein und darum eine Würde hat – und deshalb eben doch einen Anspruch auf menschenwürdige, zumindest angemessene Behandlung, auch im Krankenhaus, denn dieses immaterielle Ich, diese Seele, die nach einem Du verlangt, die ist das eigentlich Menschliche, das unsichtbare Wesentliche.

Dieses Immaterielle, das den Körper „beseelt“, das Materielle beeinflusst, steuert, beherrscht, ist den Materialisten und Hardcore-Medizinern unheimlich, aber das geben sie nicht zu, darum erklären sie es für scheinexistent. Homöpathie- und Akupunkturgläubige speisen die Schulmediziner immer wieder mit dem Verweis auf die Cochrane-Datenbank ab, die systematische Übersichtsarbeiten zur Wirksamkeit medizinischer Behandlungsmethoden bietet. Sie enthält mehr als 200 Arbeiten zu den Methoden der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin. Und die meisten kommen zu dem Ergebnis: „Konnte kein Beleg zur Wirksamkeit gefunden werden“.

Und wenn diese Schulmediziner dann hören, ein Akupunktur-Experiment habe ergeben, dass sich Patienten auch dann als besser oder sogar als geheilt beschrieben, nachdem sie – ohne ihr Wissen – gar nicht akupunktiert worden waren, sondern die Ärzte ihre Patienten nur mit Zahnstochern irgendwo willkürlich in die Haut gepiekst hatten, dann sagen die Schulmediziner: Seht ihr, alles Humbug, Aberglaube, Scheinwissenschaftlichkeit.

Es ist der falsche Schluss, den sie regelmäßig aus solchen Untersuchungen ziehen. Der richtige Schluss müsste lauten: Dieses immaterielle Zeug, das durch das Feuern der Neuronen entsteht und uns so etwas wie ein Ich oder gar eine Seele vorgaukelt, dieses scheinexistente Nichts scheint Kräfte zu haben, welche die ärztliche Kunst übersteigen, denn es kann offenbar krank machen, und es kann heilen.

Einer verletzten Seele kann die Kraft abhanden kommen, sich gegen Viren, Keime, Bakterien, Tumorzellen zu wehren, und dann beginnt der Kampf der Mediziner gegen die Viren, Keime, Bakterien und Tumorzellen. In ihnen sehen sie Ursache der Krankheit. Die wahre Ursache aber war die Verletzung der Seele am Arbeitsplatz, in der Familie, im Verein, in der Partei, in der Öffentlichkeit, oder bei weit zurückliegenden Ereignissen in der Kindheit.

Es kann auch sein, dass die verletzte Seele versucht, sich zu wehren, oder dass sie durch äußere Umstände die Fähigkeit verloren hat, sich selbst zu lieben oder sich selbst zu achten, und das Ergebnis kann ein körperliches Symptom sein, eine Autoimmunkrankheit, ein psychosomatisches Leiden, oder einfach nur Fettleibigkeit. Der Kranke könnte also vielleicht auch dadurch wieder gesund werden, dass man seine Seele heilt, statt die Symptome zu bekämpfen. Und wahrscheinlich passiert genau das in den homöopathischen und komplementärmedizinischen Arztpraxen, dass dort jemand sitzt, der nicht primär aufs Symptom schaut, auch nicht auf die körperliche Ursache des Symptoms, sondern auf die seelische. Statt aufs Herz schaut er ins Herz. Statt den Körper zu behandeln, spricht er mit dem Ich dieses Körpers.

Statt dem Patienten von einer Helferin Blut abnehmen zu lassen, ihn an irgend ein Gerät anzuschließen, ihm nicht zuzuhören und ihn nach kurzer Zeit mit der Ausstellung eines Rezepts abzufertigen, nimmt sich der Homöopath oder Heilpraktiker Zeit, hört seinem Patienten zu, und oft liegt in diesem kleinen Unterschied schon die Hälfte der Heilung. Weniger als acht Minuten dauert in Deutschland der durchschnittliche Kontakt des Patienten mit seinem Hausarzt. Im europäischen Vergleich sind Arztkonsultationen in Deutschland die kürzesten.

Und in kaum einem anderen Land suchen so viele Patienten bei Heilpraktikern, Akupunkteuren Chiropraktikern und anderen Alternativ-Medizinern ihr Heil. Über 60 Prozent sind es in Deutschland, in den Vereinigten Staaten sind es knapp über 40, in Großbritannien nur 20 Prozent. Und mehr als 90 Prozent der Anwender sind einer Erhebung der Techniker Krankenkasse zufolge mit dem Behandlungserfolg zufrieden und glauben deshalb an die Heilkraft von Globuli, Nadeln, Fußreflexzonenmassagen, Osteopathie und wie die Sachen alle heißen.

Wahrscheinlich wirken Globuli und Nadeln mit Hilfe eines Wirkstoffs, der gar nicht in ihnen steckt, sondern im Patienten: Glaube. Tatsächlich hat man festgestellt, dass Akupunktur umso erfolgreicher ist, je mehr der Patient daran glaubt. Wahrscheinlich ist der Erfolg noch größer, wenn auch der Arzt daran glaubt. Und wahrscheinlich steckt der eigentliche Heilerfolg und der eigentliche Wirkstoff in jenem geheimnisvollen Geschehen, das sich zwischen Arzt und Patient ereignet, wenn die zwei miteinander reden. Ist der Arzt kein Patientenabfertiger, sondern ein Ich das mit dem Du des Patienten interagiert, dann könnte Heilung wahrscheinlich auch ohne Globuli und Nadeln möglich sein, aber die Nadeln und die Globuli kommen dann doch ins Spiel, weil sie die Funktion haben, die früher der Lufthauch des Vaters oder der Mutter hatte. Trösten, pusten, die schmerzende Stelle reiben, das hat früher, in der Kindheit, scheinbar den Schmerz vertrieben. Aber es war nicht der Lufthauch, der das bewirkt hat, es war die Seele, die den Schmerz vergessen ließ, und das konnte sie, weil die tröstenden Worte und die elterliche Zuwendung Balsam für die Seele waren. Das gab ihr Kraft.

Und wenn man der erwachsenen Seele dann – nach vorausgegangener ärztlicher Zuwendung – Globuli oder Nadeln gibt, erinnert sie sich an den Lufthauch der Mutter und der elterlichen Zuwendung und daraus schöpft sie die Kraft, das körperliche Leiden zu heilen. Daher sind es dann doch die scheinbar wirkungslosen kleinen Nadelstiche oder Globuli, die ihre Wirkung im Körper zu entfalten, und so wird der Mensch an Leib und Seele gesund.

Manchmal aber auch nicht. Die Erfolgsquote der Alternativmediziner ist von hundert Prozent weit entfernt. Warum?

Man sollte, um darauf eine Antwort zu finden, mal die alten Geschichten der Bibel wieder mal lesen. Ich glaube zwar nicht, dass Jesus auf dem Wasser laufen konnte, ich glaube nicht, dass er Wasser in Wein verwandelt, mit ein paar Broten und einigen Fischen fünftausend Männer samt Frauen und Kinder gesättigt und durch das bloße Wort einen Seesturm beendet hat, und auch die Geschichte vom Töchterlein des Jairus, das tot war und von Jesus wiederbelebt wurde, oder die Geschichte von Lazarus, der schon drei Tage im Grab lag, als er von Jesus auferweckt wurde, glaube ich nicht. Aber dass Jesus Kranke geheilt hat, das halte ich für sehr wahrscheinlich, und zwar wegen des Placeboeffekts.

Um über diesen Effekt noch ein bisschen mehr zu lernen, muss man sich noch einmal einige Einzelheiten dieser biblischen Heilungsgeschichten vergegenwärtigen.

Jesus nimmt Speichel

Jesus sagt Dein Glaube hat dir geholfen

Jesus sagt: Ihr müsst fasten und beten. Das ist die eigentliche Anweisung. Damit sagt Jesus: Ihr müsst euer Leben ändern. Ihr müsst eure alltgälichen Gewohnheiten aufgeben. Ihr müsst heraus aus dem gewohnten Trott. Ihr müsst heraus aus den krankmachenden Strukturen. Ihr müsst diese Strukturen beseitigen und durch heilende Strukturen ersetzen.

Den wissenschaftlich arbeitenden Mediziner sollen wir mit Forderungen nach angemessener Berücksichtigung der menschlichen Seele verschonen – den Medizinbetrieb jedoch nicht. Außer denen, die sich um die Krankheiten kümmern, muss es in diesem Betrieb auch Menschen geben, die sich um die Kranken kümmern.

Dass dies derzeit nicht zu bezahlen ist, wissen wir. Dass es eine Schande ist, dies nicht bezahlen zu können, sollten wir sagen. Die Lösung des Finanzproblems darf allerdings nicht im Medizinbetrieb gesucht werden. Die Lösung liegt außerhalb. Sie liegt in der Frage: Warum werden überhaupt so viele Menschen krank, dass die Gesundheitskosten nur eine Richtung kennen?

Die Antwort lautet: Das hat etwas mit der Art zu tun, wie wir arbeiten und wirtschaften, mit krankmachenden Strukturen, Konkurrenz, Existenzangst, Frustration, Leistungsterror, Arbeitsplatzverlust und Kontrollwahn. Es hat etwas damit zu tun, dass alles nur noch einem einzigen Prinzip unterworfen wird, und zwar dem ökonomischen.

Unser krankes Gesundheitssystem ist darum nur ein Symptom der Krankheit des Gesamtsystems. Die Diagnose lautet: Ökonomismus. Erst wenn wir das Gesamtsystem von dieser Krankheit heilen, kann auch das Gesundheitssystem wieder gesunden.

veröffentlicht in:
Lohfert/Nürnberger, Ist der Patient egal?
Hamburg 2009
ISBN-10: 394137835X